Vor Ausbringung eines Gelschleiers ist eine Voruntersuchung unter Einbeziehung eines Tragwerkplaners vorzunehmen, um Möglichkeiten einer Gelinjektion zu besprechen.
Zur Vorbereitung werden zunächst Bohrungen von innen nach außen rasterförmig angebracht. Über die Zusammensetzung der Injektionsgele und die Anzahl der Bohrungen entscheidet die Durchlässigkeit von Mauerwerk und Boden. Durch „Packer“ genannte Ventile wird anschließend das aus mehreren Komponenten bestehende Gel unter hohem Druck auf die Gebäudeaußenseite gepresst, wo es unter Vermischung mit dem Erdreich eine homogene Masse ausbildet.
Injektionsgele besitzen eine niedrige Viskosität und damit zum Ausbringungszeitpunkt eine wasserähnliche Fließfähigkeit, womit durch Ausfüllung auch kleinster Kapillaren und größerer Hohlräume ein Schutz gegen anstehendes Wasser gewährleistet ist. Je nach Zusammen-setzung weist das nach wenigen Minuten ausgelierte Gel einen fest-elastischen Zustand auf.
Durch mehrstufige Injektionen wird sichergestellt, dass die gesamte Außenfläche eines Mauerwerks von der Schleierinjektion erfasst wird. Zunächst wird in die oberste Reihe der Bohrlöcher Gel gegeben, dann nacheinander auch in die darunterliegenden Bohrlöcher. Nach Hintergelung der Außenmauer erfolgt ggf. eine Schadsalzbehandlung der Innenwandoberflächen mit Sanierputz.
Bei feuchtem Mauerwerk empfiehlt sich zusätzlich eine Raumtrocknung, so dass die Mauerwerk-Austrocknung beschleunigt wird. Ansonsten ist noch lange Zeit mit Feuchtigkeitsaustritt in den Innenraum zu rechnen. Um ein Aufsteigen von Feuchtigkeit in höhere Bauwerkteile zu verhindern, kann eine feuchte Wand zusätzlich mit einer Horizontalsperre ausgestattet werden.