Die auftretenden Zugspannungen müssen von der Bewehrung (z. B. Baustahl) aufgenommen werden. Wenn die Stahldehnung die Dehnfähigkeit des Betons überschreitet, kommt es zur Rissbildung. Es gibt verschiedene Ursachen für das Auftreten von Zug- oder Biegezugkräften. Besonders bei langen Bauteilen kommt es immer wieder zu Rissen durch das sogenannte „Schrumpfen“ während des Aushärtens. Sowohl die eigene Last als auch auf das Bauwerk einwirkende Lasten (Bsp. Brücke – Fahrzeuge) können zur Rissbildung führen. Von einer thermischen Dilatation wird gesprochen, wenn durch starkes Aufheizen des Bauteils und anschließendem Abkühlen Längenänderungen und dadurch Risse entstehen. Schließlich sind noch Bewegungen des Baugrunds zu nennen. So können z. B. durch Setzungen Spannungen an tragenden und nicht tragenden Bauteilen eines Gebäudes entstehen, die wiederum zu Rissen führen. Nicht alle Risse müssen Grund zur Besorgnis geben. Bei kleineren Rissen geht es oftmals um die optische Wirkung, da diese eine Fassade alt und schäbig wirken lassen. Unbedingt erforderlich wird die Betoninstandsetzung, wenn Wasser durch Risse eindringt (Bsp. Kellerräume). In relativ kurzer Zeit können sonst massive Schäden am Bauwerk auftreten. Entstehen Risse an tragenden Bauteilen, muss umgehend gehandelt werden. Im schlimmsten Fall droht der Einsturz des Gebäudes.