Wasserturm-Sanierung Emsdetten – Sanierung und Beschichtung mit Qualitätszertifikat

Die Aufgabe war es, den denkmalgeschützten Wasserturm nicht nur in seiner äußeren Hülle zu erhalten, sondern auch in seiner Funktion: So lautete das Ziel der Stadtwerke Emsdetten bei der Sanierung des Gebäudes aus den 30er Jahren. Denn der Versorger im Münsterland nutzt dessen knapp 40 m hohe Wassersäule, um den hydrostatischen Ausgleich im Verteilernetz über eine simple Kaskadensteuerung zu erreichen. Für die Instandhaltung stellt die luftige Höhe aber besondere Herausforderungen an die Logistik.

Das Schadensbild

Der blaue Chlorkautschukanstrich aus den 70er Jahren war porös und aufgezehrt, sodass es häufiger zu hygienischen Problemen kam, Dies wurde noch verstärkt, weil der Speicher zum Dach hin offen war. Standen dort beispielsweise Wartungsarbeiten an, konnte der Wind Schmutzpartikel in den Behälter eintragen.

Besonderheiten

Per Teleskopkran waren zuerst drei Tonnen an Gerät und Gerüst nach oben zu schaffen – und das bei beengten Zugangsverhältnissen und stärkeren Windlasten, die in 35 m Höhe herrschen. Während der Maßnahme musste Flint Bautenschutz über 25 cbm Strahlmaterial und Rückprall aus dem Behälter wieder runterschaffen; eine leistungsstarke Pumpe beförderte den Inhalt von 3.000 Säcken Nassspritzmörtel nach oben

Das Sanierungskonzept

Ursprünglich sollte das Flint-Team nur die obere organische Beschichtung abtragen und einen mineralischen Spritzmörtel aufbringen. Doch während der Arbeiten stellte sich heraus, dass der Untergrund von schlechter Qualität war und das Strahlen bis zu 15cm tiefe Entmischungs-Bereiche freilegte. Zudem entpuppten sich weder der Putz noch der Beton darunter als ausreichend tragfähig. Als Alternativen schieden sowohl ein Edelstahlbehälter als auch eine flächendeckende Bewehrung aus, weil dies entweder statisch problematisch oder wirtschaftlich zu aufwendig geworden wäre. Als eleganten Ausweg schlug Flint eine Sonderkonstruktion mit abgestuftem Beschichtungsaufbau vor. Es sollten der mangelhafte Untergrund entfernt und eine Ausgleichsschicht aus Vorspritzmörtel mit angepasstem E-Modul aufgebracht werden. Darüber sollte ein mit Edelstahlfasern bewehrter Spritzbeton und als Abschluss ein Spritzmörtel mit höherem E-Modul folgen.

Die Sanierung

Zuerst entfernte Flint die alte Beschichtung, den gesamten Putz sowie die nichtfesten Anteile des Betons durch Höchstdruck-Wasserstrahlen. Um die gesamte Fläche zu erreichen, kam ein fahrbares Gerüst zum Einsatz, das sich flexibel positionieren ließ. Der Sanierer legte die Armierung in alten Reparatur-Bereichen frei und entfernte sie, weil sie keinen ausreichenden Halt mehr bot. Die Untergrundarbeiten dauerten allein vier Monate. Dann ersetzte das Team den Beton durch Vorspritzmörtel, womit sich Vertiefungen ausgleichen und die Haftbrücke herstellen ließen. Darüber brachte es den bewehrten Spritzbeton in einer Stärke von 40 bis 50mm auf. Anschließend trug Flint etwa 20mm reinen Spritzmörtel als Beschichtung auf. Die Materialien von Kerasal stellen nach DIN 18551 einen konstruktiven Betonersatz dar und entsprechen dem DVGW-Arbeitsblatt W 300. Schließlich ließen die Stadtwerke auch eine Abschottung installieren, die den Behälter nach oben zum Dach hin abschließt.

Fazit

Der tägliche Betrieb zeigte schnell, dass sich die wirtschaftlich günstige Sonderkonstruktion auch in technischer und hygienischer Hinsicht bewährt. Dank der neuen Beschichtung werden die Stadtwerke Emsdetten die nächsten Jahre keinen weiteren Sanierungsbedarf des Speichers im historischen Wasserturm mehr haben.

„Flint Bautenschutz lieferte eine fachlich solide Beratung und Ausführung.“ Dipl.-Ing. Martin Bäumer, Technischer Leiter und Prokurist der Stadtwerke Emsdetten GmbH
Download Referenzblatt Emsdetten als PDF