In der nur zwölf Zentimeter dicken Wand des Innenbehälters sind zum Teil kopfgroße Löcher zu sehen. Dort war Beton, bis die Flint‐Mitarbeiter dem Putz mit Stemmmaschinen und Sandstrahl zu Leibe rückten. Auch da sei der Beton offenbar nicht fest genug gewesen, sagt Moldenhauer. Überall zeigt sich die Bewehrung aus dicken Eisendrähten. Rost ist nicht zu sehen. Moldenhauer erklärt das: Der Beton diene auch dem Korrosionsschutz, gerade wenn der Beton feucht sei. Das liege an der chemischen Zusammensetzung des Baustoffes. Um diesen Korrosionsschutz später gewährleisten zu können, müsse eine neue Schicht aus speziellem Beton an Decken und Wänden aufgespritzt werden. Der gleiche Baustoff werde in einer etwas anderen Konsistenz für den Boden verwendet. Von Überlegungen, den Behälter mit einer Folie oder Edelstahl auszukleiden, hält Moldenhauer nichts: „Wir haben hinter solchen Verkleidungen schon Dinge gefunden, die in ein Klärwerk gehören und nicht in ein Trinkwassersystem.“ Der Beton werde glatt. Die wenigen Risse und Poren, die sich durch das Abbinden des Betons ergeben, würden von den Mineralien im Wasser geschlossen. Ist fast alles fertig, wird noch ei‐ne Edelstahlwand eingebaut. Norbert Wehmeier erklärt, warum. An einer bestimmten Stelle stand eine gemauerte Wand, die Moldenhauers Leute nicht retten konnten. Sie diente dazu, das Wasser in Bewegung zu halten. Das Wasser werde aus den Brunnen in die Behälter gepumpt, laufe durch alle Bereiche des Behälters und fließe dann in das Leopoldshöher Wassernetz. Bewege sich das Wasser nicht, droht über kurz oder lang eine Verkeimung. Das ist auch der Grund, warum die Trinkwasserbehälter normalerweise nicht zu besichtigen sind, sagt Wehmeier: „Da gibt es strenge Hygienevorschriften.“ Eine Edelstahlwand sei preiswerter als in die Enge eine Betonwand hinzubauen. Die Politiker und Verwaltungsleute klettern die Leiter wieder hinauf. Draußen ist es inzwischen dunkel geworden. Lichter von Straßen und Häusern leuchten den Fresenberg hinauf. „Tja“, sagt einer, „das Wasser für da unten kommt von hier oben.“