Das JOS-Reinigungsverfahren bei der Gebäudesanierung

Die Reinigung von Fassaden spielt im Rahmen der wachsenden, zur Bauwerkserhaltung erforderlichen Bau- und Sanierungsaufgaben eine zentrale Rolle. Sie zählt zu den entscheidenden Erfordernissen für eine ökonomische Instandhaltung bestehender Bauwerke und Denkmäler. Bedingt durch die Verschiedenartigkeit der Gesteinsfassaden und sonstiger Oberflächen, der drauf wirkenden korrosiven Einflüsse sowie der komplexen Schädigungsmechanismen sind schonende und zerstörungsfreie Reinigungsverfahren mittlerweile unverzichtbar.

Das JOS-Verfahren kommt bei Gebäudesanierungen zum Einsatz

Das JOS-Verfahren kommt bei Gebäudesanierungen zum Einsatz

Insbesondere bei Natursteinen an denkmalgeschützten oder kulturhistorischen Bauwerken ist eine Reinigungsmethode erforderlich, bei der keine Strukturen beschädigt oder gar beseitigt werden. Bei wertvollen Bronzefiguren sollte die Beseitigung des Schmutzes erfolgen, ohne dass dabei die natürliche Patina verloren geht. Die Entfernung zerstörter Fasern in der Brandsanierung ist zu bewerkstelligen, ohne dass die gesunde Bausubstanz angegriffen wird. Für all diese Bereiche bietet sich das JOS-Reinigungsverfahren an, welches den hier erforderlichen hohen Ansprüchen zu genügen vermag.

Das JOS-Verfahren ist ein patentiertes Niederdruck-Rotationswirbel-Verfahren. Bei diesem wird mit einem niedrigen Luftdruck von rund 0,5 bis 1,5 bar, einem neutralen Feinstgranulat und etwa 30 bis 60 Liter Wasser pro Stunde ein Wasser-Luft-Wirbel erzeugt. Mit dessen Hilfe lassen sich Anstriche, Lasuren und Schmutzablagerungen relativ schonend entfernen. Die in der Spezialdüse verwirbelte Mischung aus Stein- oder Glaspudermehl, Wasser und Luft tritt mit einem Druck von 1,5 bis 2,0 atü (2,5 bis 3,0 bar) spiralförmig aus. Die Strahlenenergie wird in Rotationsenergie umgewandelt. Unter extrem niedrigem Druck schmiegt sich der Luft-Wasserwirbel an die Oberfläche des zu reinigenden Objektes an. Die Säuberung erfolgt durch sanftes Scheuern, Radieren, Schleifen bzw. Polieren, ohne dass dabei die Textur beschädigt wird. Je nach Aufgabe steht das Granulat in unterschiedlichen Korngrößen zur Verfügung. Neben der Standarddüse aus Keramik lässt sich für feinste Reinigungsarbeiten auch die JOS-Mikrodüse einsetzen, mit der selbst schwierigste Säuberungsmaßnahmen realisierbar sind.

Im Gegensatz zum herkömmlichen Nassstrahlverfahren, bei dem die Schlagkraft nicht regulierbar ist, kommt es zu wesentlich geringeren Substanzverlusten. Kanten und Konturen bleiben unversehrt. Die Oberfläche wird weniger aufgeraut als bei vergleichbaren Methoden und die Patina der zu säubernden Objekte bleibt erhalten. Aufgrund der Wirbeltechnik dringt das JOS-Verfahren nicht so tief in die zu reinigende Oberfläche vor. Dadurch sind eine Durchfeuchtung der Gebäudefundamente sowie Wasserschäden vermeidbar. Eine Verwendung von chemischen Zusätzen ist ebenso wenig nötig wie die für den Umgang mit Chemikalien erforderlichen Sicherheitsmaßnahmen. Die absolut staubfreie Methode gilt daher zudem als umwelt- und objektschonend. Auch das Neutralisieren und Nachspülen der bearbeiteten Objekte entfällt. Mit der Konservierung der Fassade kann bereits 60 Minuten nach der Reinigung begonnen werden. Oftmals lässt sich das Verfahren ohne Baugerüst anwenden. Es ermöglicht außerdem ein zügiges Arbeiten und spart dadurch Kosten ein.

Das JOS-Reinigungsverfahren ist bei verschiedenen Oberflächen wie Kalk, Granit, Marmor, Holz oder Bronze innerhalb eines Arbeitsganges nutzbar, ohne dass besondere Einstellungen am Gerät notwendig werden. Alte Mineralfarbanstriche, Dispersionsanstriche, Lackanstriche von Holz oder Lasuranstriche auf Holz lassen sich damit ebenso entfernen wie Graffiti-Sprühereien, Sinterschichten auf Beton oder Putz, Kalkausblühungen auf Sichtmauerwerk, Verschmutzungen auf Kunst- oder Naturstein, Mikroorganismen wie Pilze und Algen oder Verrußungen nach einem Brandschaden. Darüber hinaus bietet das JOS-Verfahren eine ideale Vorarbeit für Hydrophobierungs- und Verfestigungsmaßnahmen.

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Foto: Andreas Praefcke